Cavalcade x Mobilis
Wenn ein Logo sagt: Ich liebe dich
Mobilis ist das Tarifsystem, das den öffentlichen Verkehr im Kanton Waadt unter einem einzigen Ticket vereint. Nicht gerade der Kunde, von dem man eine Liebeskampagne erwartet. Und doch. Im Herzen des neuen Monogramms, das die Agentur Essence Design entworfen hat, steckt ein Herz. M wie Mobilis. M wie aimer. Das Kampagnenkonzept war vollständig vorhanden in den vier Kurven des Logos: J’M.
Cavalcade, die Agentur, die die Kampagne verantwortet, hat uns beauftragt, drei Filme und drei Fotos zu produzieren, die auf allen Markensupports eingesetzt werden: Plakate, Digital, Social Media. Wir haben Chayanne Fressineau als Regisseur vorgeschlagen. Eine Selbstverständlichkeit: seine Art, Intimität in Alltagsräumen zu filmen, entsprach genau dem, was das Projekt verlangte. Cavalcade kannte ihn bereits. Umso besser.
Die Idee: drei Fahrgäste, drei Verkehrsmittel, drei echte Momente. Ein Kind, das seine Nase an die Scheibe des MBC-Busses drückt. Eine ältere Frau, vertieft in ihr Buch im BAM-Zug zwischen Bière und Apples. Ein junges Paar, das in der Lausanner Nacht im M1 gleitet. Drei Arten, das Reisen zu lieben. Drei Arten, J’M zu sagen.
Das Briefing
Mobilis stand vor einer umfassenden Markenpositionierung: neues Logo, neue Baseline, neue Kampagne. Es ging nicht darum, ein Abonnement zu verkaufen, sondern eine Haltung zu verkörpern. Zu zeigen, dass der öffentliche Verkehr im Kanton Waadt kein Dienst wie jeder andere ist dass er Teil des Lebens der Menschen ist, ihrer Momente, ihrer Verbindungen.
Die Herangehensweise
Chayanne Fressineau une Zoée Bijotat drehten aus der Schulter, in natürlichem Licht, mit organischen Bildausschnitten, die atmen. Die Verkehrsmittel sind präsent, aber nie überdeutlich: Wir sind in der Atmosphäre, nicht in der Signaletik. Umgebungsgeräusche, blätternde Seiten, Lachen. Der Sound kommt aus dem Moment und zieht den Zuschauer in den Film hinein.
Die Herausforderung
Drei Motive, drei Fahrzeuge, ein einziger Drehtag. Filme und Fotos wurden parallel aufgenommen. Fabian Hugo dokumentierte die Szenen, während die Kamera lief: ohne Blitz, ohne zu stören. Eine schlanke Produktion, die eine millimetergenaue Vorbereitung und grosse Flexibilität vor Ort erforderte.
Drei Augenblicke,
Licht
Warm, offen, leicht entsättigt. Weder kalt noch klinisch. Das Licht arbeitet für die Figuren, nicht für die Marke. Sanfte Kontraste, gespielte Schärfentiefen — um Nähe zu erzeugen, als wäre man mittendrin, nicht beim Beobachten.
Körper
Jedes Motiv hat seine eigene Körperlichkeit. Das Kind, das seine Hand an die Scheibe drückt. Die ältere Frau, die gerührt ihre Brille abnimmt. Das Pärchen, aneinandergelehnt, ein einziger Ohrstöpsel geteilt. Präzise Gesten, in denen man sich wiedererkennt.
Schnitt
Kurz, aber nie gehetzt. Der Rhythmus wechselt zwischen ruhigen Einstellungen und subjektiven Perspektiven. Die Musik setzt verzögert ein — nicht ab dem ersten Bild. Das Umgebungsgeräusch des Waggons erledigt den Rest.